Vom Alkohl zum Ayran – Mein langer Weg zur Wahrheit

Ich muss erstmal sagen, alhamdulillah, dass ich Muslima sein darf. Ich war nicht immer Muslima und ich war auch nicht immer glücklich. Eigengtlich hatte ich immer gedacht ich wurde rechtgeleitet und da war ich dann auch schon Muslima. Aber bei näherem hinsehen habe ich gemerkt, dass meine Geschichte, mein Weg zur Wahrheit, schon viel eher anfing.

Allah(swt) ist der beste Planer. Was man wie ich finde bei meiner Geschichte auch wieder ganz besonders sieht. Allahu Akbar.

Alles fing an einem für mich ganz normalen Tag an.

Ich ging mittags raus um mit meinen Freunden auf unser Zeugnis anzustoßen. Zu dieser Zeit habe ich sehr viel Alkohl getrunken und war auch schon abhängig von diesem Zeug. Als ich das Haus verließ, ahnte ich noch nicht was passieren wird. Ich hatte eine Flasche Sekt dabei, schwang mich auf mein Fahrrad und fuhr los. Mitten auf dem Weg zu meinen Freunden merkte ich auf einmal ein Schwindelgefühl.

Mir wurde ganz heiss und dann wieder kalt. Mein Puls raste. Ich hatte das Gefühl nicht atmen zu können. Ich stieg vom Fahrrad ab und setze mich auf den Bürgersteig. Ich hatte das Gefühl jeden Moment ohnmächtig zu werden. Als meine Freunde mir entgegen kamen, sagte ich ihnen wie es mir ging. Ich war richtig ängstlich. Meine Freunde wussten nicht was sie machen sollten und klingelten einfach irgendwo an der Haustür.

Das nette Ehepaar lies mich ins Haus und gab mir ein Glas Wasser. Sie riefen meinen Stiefvater der mich direkt ins Krankenhaus brachte. Ich wusste nicht was mit mir los war. Ich hatte solche Angst. Mein ganzer Körper schien verrückt zu spielen. Der Arzt im Krankenhaus sagte zu mir, dass es sehr gefährlich sei in meinem Alter soviel zu rauchen und zu trinken.

Ich war damals erst 14. Er sagte ich könne froh sein das meine Lunge noch nicht kollabiert ist. Ich war erleichtert und gleichzeitig geschockt. Was das Rauchen und der Alkohl mit meinem Körper gemacht hatten. Aber ich rauchte natürlich weiter. Und getrunken hab ich ab und zu immer noch, aber in Maßen. Mein Leben ging weiter, bis zum nächsten Anfall.

Ich hatte plötzlich Angst und Panik. Angst vor allem. Angst vor dem Tod. Angst raus zu gehen. Einfach immer und überall Angst. Früher war das alles für mich sehr belastend, weil es so plötzlich kam. Vor diesem Tag, an dem ich den ersten Anfall hatte, bin ich kilometerweise Fahrrad gefahren. Ich bin mit Freunden schwimmen gegangen, habe mit meinen Freunden Rad-Touren gemacht und bin in andere Städte gefahren um dort zu shoppen.

All das ging jetzt nicht mehr. Ich konnte nicht mehr raus gehen. Konnte mich nicht mehr richtig mit Freunden treffen, immer war die Angst und die Panik da. Früher war das sehr belastend für mich. Heute weiss ich, dass es mir mein Leben gerettet hat. Alhamdulillah.
Durch meine Angst und durch die Panik bin ich oft beim Arzt gewesen. Als der auch nicht mehr weiter wusste und als es mir immer schlechter ging, bin ich zum ersten mal in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie gekommen. Erst half es ein bisschen, doch als ich dann längere Zeit wieder zu Hause war, ging es mir wieder schlechter.

Ich hatte immer noch schreckliche Angst vor allen Dingen. Am schlimmsten aber vor dem Leben und vor dem Tod. Vor dem Leben klingt sicher komisch, aber ich wusste einfach nicht, wie ich leben sollte.  Ich ging das zweite mal in die Psychiatrie und dann noch ein drittes mal. Doch als ich das dritte mal gegangen bin, war alles anders.

Ein paar Tage bevor ich in die Psychiatrie kam, bin ich im Internet auf eine Seite von Pierre Vogel gestoßen. Ich habe dort ein bisschen rum geklickt. Als ich mir einen Vortrag angehört habe und hörte, wie die Menschen alle zusammen „Allahu Akbar“ riefen, war ich zutiefst gerührt. Es hat irgendetwas in mir bewegt. Ich wusste aber nicht was.

Ich hab mir Bücher besorgt und mich ein bisschen mit dem Islam auseinander gesetzt. Als ich dann in die Psychiatrie kam war alles anders. Es war schrecklich. Ich hatte das Gefühl, dass es mir da immer schlechter ging. Obwohl es die gleiche Klinik war. Ich wollte nur noch weg da. Ich war den ganzen Tag nur am weinen und war einfach nur fertig.

An diesem einen Tag habe ich internsiv über Gott nachgedacht. Ich habe gedacht, wenn ich jetzt hier rausgehe, werde ich Muslima und gottergeben und alles wird gut. Ich bin Muslima geworden, alhamdulillah durch Allahs(swt) Gnade. Seitdem ich Muslima bin kann ich alleine rausgehen und habe wieder Spaß am Leben. Jetzt weiss ich, dass alles im Leben einen Sinn hat, auch wenn wir ihn erst nicht sehen…

3 thoughts to “Vom Alkohl zum Ayran – Mein langer Weg zur Wahrheit”

  1. Liebe Anna-Luise,

    ich habe nun schon eine ganze Weile deinen Blog durchstöbert! 🙂 Besonders interessant fand ich den Artikel über deinen Weg zum Islam. Ich würde gerne mehr erfahren!
    Vielleicht magst du mir ja antworten unter openminded1803@yahoo.de

    Herzliche Grüße!

  2. Selamun aleykum wr wb Ukhti, alhamdulillah welch eine schöne Geschichte und alhamdulillah, dass du mit uns, mit der Ummah des Propheten s.a.v. zu den Gewinnern gehören darfst :). Ich freue mich so sehr über dich, obwohl ich dich kein bisschen kenne hamdulillah :). Ich liebe die Ummah des Propheten, jeden einzelnen für Allah teala. Denn wir sind alle Geschwister im Islam hamdulillah :). Ein noch schöneres Gefühl wie jetzt hatte ich nur in Themen wie im Islam genau wie jetzt, wenn ich durch Allah teala hier in deine Seite ein Kommentar abschicken darf :). Ich wünsche dir alles gute im Leben und ich werde insaAllah dua für dich machen ukhti, vergiss uns aber bitte auch nicht :). Dein Akhi Yasin

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