Die Hochzeit unseres Sohnes mit einer Muslima – Die Geschichte der Eltern – Teil 2

Nach kurzer Zeit des Alleinseins beschloss unser Junge eine Muslima zu heiraten. Erst wussten wir nichts davon, doch dann erzählte er uns von einem Mädchen. Er sagte uns, dass er sich im Internet auf einer muslimischen Partnerseite angemeldet hatte. Wir hatten nichts dagegen, wir waren ja schließlich schon alt und viele Verwandte oder Bekannte hatten wir hier auch nicht. Eigentlich haben wir in Deutschland gar keine Verwandten. Deshalb machte es uns auch nichts aus, dass er im Internet suchte.

Eines Abends kam er dann zu uns und zeigte uns ein Foto. Ein Foto von einem Mädchen, dass er kennengelernt hat. Ich war direkt begeistert, denn dieses Mädchen auf dem Bild sah so freundlich aus. Sie war noch sehr jung, gerade erst 18 Jahre alt. Mein Sohn war glücklich. Er sagte uns, dass er schon mit ihr im Internet geschrieben hatte. Sie sei sehr nett und hat den Islam erst vor kurzem angenommen. Sie ist also eine Konvertierte. Erst war ich skeptisch. Ich wusste ja nicht, ob sie auch beim Islam bleibt. Wenn sie ihn gerade erst angenommen hat, kann es ja sein, dass sie wieder abkommt. Gewünscht hab ich ihr natürlich, dass sie für immer Muslima bleibt.

Mein Sohn war jedenfalls total begeistert von dem Mädchen. Wir haben uns sehr für ihn gefreut. Kurze Zeit später ist er auch schon zu dem Mädchen hingefahren um sie und ihre Eltern zu besuchen.

Als er wieder kam erzählte er uns natürlich wie es war. Dieses Strahlen in den Augen werde ich so schnell nicht vergessen. Es schien, als sei er jetzt das erste mal richtig verliebt. Dieses Strahlen gab es bei seiner ersten Frau nicht. Er hat die ganze Zeit nur von ihr geschwärmt, aber auch gesagt, dass sie viel Streit mit ihrer Familie habe und er sie deswegen schnell heiraten möchte. Wir hatten natürlich nichts dagegen. Sie ist Muslima und sah auf dem Foto freundlich und gepflegt aus. Also warum sollten wir gegen diese Hochzeit sein?

Eine Woche später ist unser Sohn wieder zu dem Mädchen gefahren, Paulina heisst sie. Sie haben sich bei ihren Eltern verlobt. Wir konnten leider nicht dabei sein. Sie wohnte sehr weit weg und mein Mann und ich sind schon alt und krank. Als unser Sohn von der Verlobung zurück kehrte, war er wie ausgewechselt. Er war glücklich und zufrieden, aber auch sehr traurig. Man hatte das Gefühl, wenn er mal nicht mit Paulina telefonieren konnte, war er traurig. Er schien sie wirklich sehr zu mögen.

Ich war so gespannt sie zu sehen. Da sie soweit weg gewohnt hat, haben wir sie erst zu ihrer Hochzeit sehen können. Sie konnte uns natürlich auch nicht ohne ihre Eltern besuchen, denn sie ist ja Muslima. Ihre Eltern konnten leider auch nicht mit ihr kommen, sie wollten auch irgendwie nicht vor der Hochzeit kommen. Es schien mir als hätten die Eltern wenig Interesse an dem Glück der Beiden gehabt. Aber ich wusste ja schon durch die Erzählungen meines Sohnes, dass Paulina nicht sehr gut mit ihren Eltern auskam.

Als dann endlich der Tag der Hochzeit kam, war ich sehr aufgeregt, glücklich und sehr gespannt. Ich hatte Paulina ja nur auf einem Foto gesehen und kurz mit ihr telefoniert um ihr zu ihrer Verlobung zu gratulieren. Also im Prinzip kannte ich das Mädchen gar nicht. Ich wusste nicht wie sie ist. Alles was ich von ihr wusste, wusste ich ja nur von den Erzählungen meines Sohnes. Und jetzt sollte sie nun kommen. Jetzt sollte ich sie endlich sehen. Meine muslimische Schwiegertochter.

Als es soweit war und die Tür aufging klopfte mein Herz ganz schnell. Ich sah meinem Mann an, dass auch er sehr nervös und gespannt war. Als die Tür dann ganz geöffnet wurde war ich direkt erleichtert.

Da stand sie nun. Meine Schwiegertochter in Spee. Klein, niedlich und sehr schüchtern. Wir umarmten uns und grüßten uns mit dem islamischen Gruß: Asalamu aleikum. Ihre Eltern waren natürlich auch dabei. Sehr sympatisch waren wir uns glaube ich gegenseitig nicht. Es war, als würden zwei Welten auf einander prallen. Ihre Eltern sind noch sehr jung und modern. Wir sind eher alt und verankert in unserer Lebensweise. Das kann ich schon zugegeben.

Wir setzten uns aufs Sofa und warteten auf den Sheikh, der die Hochzeit schliessen sollte. Geredet haben wir nicht viel. Paulina war sehr sehr schüchtern und verschämt, dass hat man ihr angesehen. Ich habe sie, glaube ich, auch mit meinen Blicken durchlöchert, denn ich wollte unbedingt sehen, wie sie ist. Ich dachte, wenn ich sie lange genug anguckte, merke ich, was sie für eine Mimik hat. Wie sie sich bewegt, wie sie sich gibt. Ich war sehr damit beschägftigt sie zu analysieren, zu sehr. Damit hatte ich ihre Schüchternheit wahrscheinlich noch verstärkt.

Als dann der Sheikh ankam, sollte auch endlich die Hochzeit geschlossen werden. Mein Mann ließ leise einen islamischen Nasheed von der Kassette abspielen. Wir vollzogen die Hochzeit und unterschrieben dann die Heiratsurkunden. Die beiden Eheleute mussten unterschreiben und alle Eltern. Jetzt war sie meine Schwiegertochter. Ich habe mich sehr gefreut. Mein Junge schien Paulina sehr zu mögen und ich hatte das Gefühl, das sie ihn auch sehr mag. Was mich auch wirklich sehr beruhigte, denn dieses Gefühl hatte ich bei meiner alten Schwiegertochter nicht. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie Abbas zu schätzen wusste. Bei Paulina merkte man jedoch schnell, dass es anders ist.

Ich merkte es fiel Paulina ein wenig schwer ihre Eltern gehen zu lassen. Nachdem die Hochzeit abgeschlossen war und wir alle noch gegessen hatten, mussten sie die Heimreise antreten. Sie haben sehr weit weg gewohnt und hatten noch eine weite Fahrt vor sich.

Paulina war traurig, dass hat man gesehen. Ich wusste gar nicht wie ich mit der Situation umgehen sollte. Sie ist doch meine Schwiegertochter, ich sollte sie trösten. Ich kenne sie aber auch kaum und habe irgendwie Berührungsängste. Wie würde sie denn reagieren, wenn ich sie einfach in den Arm nehme? Sie ist so schüchtern, vielleicht verschrecke ich sie damit. Diese ganzen Gedanken und Sorgen schossen mir durch den Kopf.

Ich habe mich nicht getraut sie in den Arm zu nehmen. Natürlich habe ich ihr ein paar liebe Worte gesagt und es schien sie auch zu beruhigen. Sie hat nicht geweint, aber man sah ihr trotzdem an, dass es schwer ist ohne Eltern. Das war das erste mal, dass sie soweit von Zuhause weg war. Jetzt hat sie ja auch noch geheiratet und sollte mit ihrem Mann wohnen. Das es am Anfang schwer ist, habe ich verstanden.

Es gab in den ersten Wochen der Ehe immer mal wieder Probleme. Nicht zwischen Abbas und Paulina. Die verstanden sich seit dem ersten Tag super. Es gab Probleme zwischen mir und den Kindern. Abbas und Paulina wollten Privatsphäre und Zweisamkeit. Ich aber wollte doch so gerne meine Schwiegertochter kennenlernen. Mit ihr kochen, backen und einfach nur zusammen sein. Ich hatte mir doch schon alles so schön ausgemalt. Jeden Tag sollten sie kommen und bei uns essen. Ich wollte doch am Anfang für sie kochen. Paulina sollte sich erstmal dran gewöhnen „Hausfrau“ zu sein. Ich wollte ihr so viel beibringen. Backen, Kochen, Putzen und Bügeln. Sie schien sich aber bei uns Schwiegereltern noch nicht Zuhause zu fühlen. Ich kam damit überhaupt nicht klar.

Oft hab ich sie angerufen, Abbas und Paulina, und habe sie gefragt, ob sie nicht vorbei kommen wollten. Das ich Abbas damit verärgerte und Paulina restlos überforderte, dass wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wir haben jedenfalls öfters gestritten. Abbas meinte, ich hatte mich zuviel eingemischt. Wollte zuviel in ihrer Ehe bestimmen. Aber machen Mütter das nicht so? Wir wollen doch nur das Beste für unsere Kinder. Ist das Beste denn wirklich manchmal einfach zuviel. Ich wusste es nicht. Nur wusste ich, dass es so nicht weiter ging.

Es fiel mir sehr schwer, weniger anzurufen und mich weniger „einzumischen“. Ich wollte ihr doch nur etwas beibringen, ihr doch nur helfen. Bei ihr kam das anscheinend als Angriff an. Sie hat sich wahrscheinlich gefühlt, als wolle ich sie bevormunden. Als wolle ich ihr sagen, sie sei nicht gut genug und solle alles besser machen. Natürlich wollte ich, dass sie alles gut macht. Denn ich wollte ja immer, dass mein Sohn die beste Frau hat. Eine Frau, die ihm zuhause alles bieten kann, was er damals bei uns, in seinem Elternhaus, hatte. Gutes Essen, gebügelte Wäsche, eine saubere Wohnung und viel Liebe.

Es schien also so, als wolle Paulina sich alles selber beibringen und wollte meine Hilfe nicht. Ich war sehr oft traurig. Meinem Sohn habe ich gesagt wie ich fühle, aber ihn damit nur verärgert. Er sagte mir immer, dass ich seine Frau überfordere und mich nicht soviel reinhängen soll. So ging es dann die ersten Monate weiter. Wir wurden nicht warm miteinander. Im Gegenteil, es wurd immer schlimmer. Abbas und Paulina schienen wirklich das Gefühl zu haben, dass wir ihr Leben bestimmen wollten. Ich hatte oft Streit mit Abbas. Mit Paulina redete ich sowieso nicht viel. Ich wusste einfach nicht was ich mit dem Mädchen machen sollte. Sie war so schüchtern, aß und trank bei uns nicht viel. Ich dachte immer, sie mag vielleicht unser Essen nicht und war oft sauer und traurig. Es hat einfach nicht geklappt.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich meinen Sohn verliere. Das Verhältnis war angekratzt und halb kaputt. Sie sagten, sie hatten keine Luft zum atmen und so zogen sie dann weg. In die Nähe von Paulinas Eltern. Ich muss sagen, dass ihre Mutter auch eine große Rolle gespielt hat. Denn sie hat ihr immer gesagt sie solle zurück kommen, sie schaffe das mit ihren Schwiegereltern nicht. Obwohl Paulina eigentlich kein gutes Verhältnis zu ihren Eltern hatte, zogen sie dann in die Nähe von ihnen. Weit weg von uns. An diesem Tag hatte ich meinen Sohn verloren…

Meine lieben Schwestern, ich danke euch, dass ihr meine laaangen Geschichten liest. Ich hoffe diese Geschichte war genauso spannend wie die letzte. Wie es mit der Familie weiter geht, könnt ihr inshaAllah bald lesen. Aber erst hab ich für euch noch eine kleine Bonusgeschichte. Wenn ihr euch inshaallah bis morgen geduldet, schreibe ich euch die Hochzeit der Beiden aus Paulinas Sicht. Was ging in dem Kopf der kleinen, schüchternen und verschämten Paulina vor? Was hat sie in den ersten Monaten nach der Hochzeit gefühlt?

Seid gespannt auf Teil 3…

20 thoughts to “Die Hochzeit unseres Sohnes mit einer Muslima – Die Geschichte der Eltern – Teil 2”

  1. Nenne mir die Hadithzahl und die Stärke der jeweiligen Ahadith. Übrigens gibt es in der Sunna auch eine gewisse Interpretation, wie beim Qur’an der sog. Tafsir. Bei dem ersten Satz fehlt nicht nur die Überlieferungszahl (wie auch bei den anderen), sondern auch der Überlieferer selbst.

    Und Amin zu deiner wunderschönen Du’a. 🙂

  2. Und: „Es ist für eine muslimische Frau nicht erlaubt, eine Entfernung von einer Nachtreise ohne einen Mann, der ihr Mahram ist, zu reisen bzw. fahren.“

    Weiter heißt es: „Es ist für eine Frau, die an Allah und den Jüngsten Tag glaubt nicht erlaubt, die Entfernung einer Tagesreise, ohne ihren Mahram zu reisen.“(Muslim)

    Und es heißt auch: Es ist für eine Frau, die an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt, nicht erlaubt, ohne ihren Mahram zu reisen.“(AbuDawud)

    Die sind nich ortsgebunden, und maschaAllah das du die Quranverse kennst, möge Allah dich und mich und alle auf diese Erde rechtleiten.

    Der wiessende ist nicht unbedingt der Gottesfürchtige, der Gottesfürchtige ist aber Wissend.

    Liebe Schwester nimm das nicht als angriff, subhanAllah ich bin deine Schwester, mach auch wie du willst, ich hab dich gewarnt, und somit meine pflicht gemacht, wir werden alle bald gefragt, möge Allah uns unsere Sünden vergeben, amin.

    Salamu aleikum wr wb

  3. @Ummuabderrahman:
    Schöne Qur’anverse, die ich alle kenne. Trotzdem heißt es nicht, dass man eingeschränkt ist. Ich bringe keine „Beweise“ aus dem Internet, wie diese, die du gepostet hast.

  4. Zeige mir seine Berechtigung dazu, irgendeine Lizenz muss er dann haben.
    Die Ahadith, die er da auflistet, sind ortsgebunden und situationsabhängig. Das mit dem Krieg war nur ein Beispiel.

    Von mir aus, macht was ihr wollt, aber schreibt keinen anderen Frauen vor, dass sie sich nicht frei bewegen dürfen. Das hat sehr wohl etwas mit Angst zu tun, z.B. dass man nicht mal im Supermarkt sich getraut einzukaufen ohne dass der Mann dabei ist. Anscheinend zu wenig Selbstbewusstsein. Angst vor Gott haben alle Muslime, heißt aber noch lange nicht, dass man sich als erwachsener Mensch wie ein kleines Kind verhalten muss und darauf wartet, bis jemand einem die Hand gibt und eine „Reise“ macht.

  5. Und übrigens hat das garnicht mit der Angst zu tun, das hat damit zu tun Allah zu gehorchen auch wenn es schwer fehlt.

  6. Salamu aleikum!
    An Aaliyah, du hast gesagt du kennst diese seiten wo es verboten ist ohne Mahram zu reisen, hast du sie richtig durchgelesen?
    Es war damals verboten, und es wird auch so bleiben, es steht nehmlich nicht das unter umstenden erlaubt werden kann zu reisen, denn wenn es so währe dann hätte uns das unsere geliebte Prophet (s) mitgeteilt, und Allah ist Allwiessend, Er allein kennt das Verborgene und die Zukunft.
    Ich habe dir Beweise gegeben von Quran und Sunna, du sagst nur deine meinung, wir sind Muslime und unser Mastab muss Quran und Sunna sein,
    alles andere sind unsere begierde, und wir gehen auch nicht nach unsere verstand, wenn Allah und sein Gesandter uns etwas verbieten, dann nur für unser besstes,
    „Doch nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht (wirklich),bevor sie dich nicht zum Richter machen über das, worüber sie miteinander streiten, und danach innerlich nicht ärgerlich und bedrückt sind wegen dessen, was du beschlossen hast, und sich in völliger Ergebenheit fügen.“ (4:65)
    „Oh die ihr glaubt! Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und den Verantwortlichen unter euch. Und wenn ihr ÜBER ETWAS IN STREIT GERATET, DANN BRINGT ES VOR ALLAH UND DEN GESANDTEN, sofern ihr an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Das ist am besten und die schönste (Art des Vorgehens und der) Auslegung.“ (4:59)
    „Sprich: Wenn ihr Allah (WAHRHAFTIG) liebt, so folgt mir, dann wird Allah euch lieben und euch eure Sünden verzeihen. Denn Allah ist VERZEIHEND, BARMHERZIG.“ (3:31)
    „Und bleibt in eure Häusern und stellt euch nicht unnötig zur Schau, wie man sich in früheren Zeiten der Unwissenheit zur Schau stellte, und verrichtet das Gebet und gebt Zakat und gehorcht Allah und Seinem Gesandten…“(33:33)

    bitte wenn du richtige beweise hast poste sie.

  7. Ja er hat mit Sicherheit die Berechtigung dazu.
    Mann und Frau haben im Islam klare Regeln und eine klare Rollenverteilung. Und an der kann nichts gerüttelt werden, egal was du persönlich für eine Einstellung hast.

  8. Hat dieser Muslim die Berechtigung Fatawa auszustellen?

    Mein Mann wird es mir nicht verbieten, das wird schon vor der Verlobung geregelt. 🙂

    Wenn sie eine Pilgerfahrt machen will, gibt es dafür eine Gruppe voller Muslime, die das organisiert. Und wenn es dir vorgeschrieben ist, dass dich jemand tötet, dann werden nicht mal irgendwelche Bodyguards dieses Schicksal von dir fernhalten.

    Das hat nichts mit Keuschheit zu tun, unter „keusch“ verstehe ich etwas anderes. Wie viele Frauen gibt es, die niemanden haben und auf sich selbst angewiesen sind und sie schaffen es locker, ohne dass ihnen etwas passiert?

    Eine Frau mit Niqab in Deutschland wird weniger angegriffen, als eine Frau in Saudi Arabien (egal ob sie nackt oder bedeckt ist). Was ist, wenn dein Mann im Rollstuhl ist. Soll er dich trotzdem auf Reisen begleiten? Was wird er dir bringen, wenn er im Rollstuhl sitzt? Dann müsstest du ihn eher beschützen, als er dich. 😀

  9. Achja das hatte ich noch vergessen. Ich denke das wir (Muslime) damals vielleicht sogar teilweise mehr Schutz hatten als jetzt. Damals hätten dich alle anderen Muslime vertedigt. Und jetzt? Wenn du Nachts alleine unterwegs bist als Frau? Da ist wahrscheinlich fast keiner da. Da möchte ich dich dann mal sehen wenn du auf eine Gruppe Skins triffst die nicht gerade gut über uns muslime denken. Und meine Argumentation hat auch in keinster Weise was mit Angst zu tun, es ist leider Realität. Der Hass gegen uns nimmt zu. Ich erinnere nur an das was Abu Adam und seiner Frau passiert ist. Die wollten sie umbringen-am Tag-auf offener Straße.
    So sicher ist Deutschland 🙂 Guck dir doch mal die ganzen Reportagen an, wo Reporter sich tarnen, auch manchmal als Frau mit niqab. Sie stellen eine Angriffsszene. Glaubst du da greift jemand ein? Alle Leute gaffen erstmal nur, nur EINER hat nach mehreren Minute die Polizeit gerufen. In Deutschland. Auf offener Straße.
    Liebe Aaliyah, das bedeutet für mich nicht Sicherheit. Dann hätte ich mich damals tausend mal sicherer Gefühlt. Mit einer starken Ummah im Nacken.
    Vorallem was macht man dann wenn einem was passiert?Dann ist man selber Schuld. Man sollte ja Nachts nicht alleine raus gehen oder sich nicht ohne Mahram auf Reisen bewegen. Und du kannst auch nicht sagen, wenn was passieren soll dann passiert ist. Man muss auch ein bisschen auf sich selber achten. Sich nicht in Gefahr begeben. Du kannst ja auch keine Rasierklinge nehmen, deine Pulsadern ein bisschen schneiden und sagen, wenn was passieren soll, dann passierts eh 🙂

  10. Also Schwester, ich stimme dir ganz und gar nicht zu. Guck mal, wenn es der Frau schon nicht erlaubt ist alleine zur Hadsch zu gehen wieso sollte ihr das dann erlaubt sein?
    Und ich denke, wenn eine Frau Nachts nicht zurück fahren will oder nicht übers Wochenende bei jemandem bleiben will der nicht ihr Mahram ist, dann hat das nichts mit Angst zu tun, sondern mit keuschheit. Abu Enes hat in seiner Fatwa so viele Hadith genannt, es ist fast nicht möglich das sie auf die Kriegszeit bezogen waren.
    Ich finde es nicht schlimm sondern positiv, dass es uns verboten ist, alleine zu reisen. Die Frau ist wie eine geschützte Perle im Islam. Alhamdulillah. Und das hat wirklich nichts damit zu tun, dass man unselbstständig ist. Was würdest du denn machen, wenn du verheiratet wärst und dein Mann würde es dir ab dem Tag eurer Hochzeit verbieten ( auch wenn es vom Islam ja schon verboten ist) ?
    Das jeder eine andere Einstellung hat ist klar Schwester, aber Regeln im Islam, an denen kann man alhamdulillah nicht rütteln 🙂

  11. Zum Beispiel gibt es eine Vorschrift, wie man sich nach der Notdurft reinigen soll – mit Steine. Solch eine Fatwa brauchen wir in Deutschland nicht, da unsere Lebensbedingungen anders aussehen oder haben wir es nötig und mit Steine zu putzen? Deswegen gilt für uns hier eine andere Vorschrift. Das ist mit der Flexibilität der Scharia gemeint. Die ‚Aqida (Tauhid, 5 Säulen…) bleiben immer gleich.

    Wenn sie nachts nicht zurückfahren will, dann muss sie auf das Wochenende warten, wo sie am nächsten Tag wieder zurückfahren kann. Wie gesagt, die Angst von einer Frau darf nicht zur Einschränkung der anderen führen.

    Du weißt ja hoffentlich, dass manch Qur’anverse für eine bestimmte historische (die sich nur auf diese historische Zeit beziehen, z.B. Krieg) Zeit geoffenbart wurden, so ist es auch mit den Ahadith. Man muss immer beachten, was sich damals im Hintergrund abgespielt hat. Kannst du Deutschland, mit guten Verkehrsverbindungen und Schutz, mit einem „zurückgebliebenen“ Ort vergleichen? Ich denk eher nicht…

  12. Also Schwester das die Sharia flexibel ist, hab ich noch nicht gehört. Wie meinst du das genau? Hast du ein Beispiel?
    Es ist eine Sache eine Fatwa kritisch zu betrachten, aber die Hadith, die in der Fatwa drin stehen, kann man nicht kritisch betrachten. Und ich finde diese Hadith sind klar und deutlich.
    Und wenn du mal rechnest, 7 Stunden hin 7 Stunden zurück, sind 14 Stunden plus die Zeit die man sich aufhält ist das schon ein ganzer Tag. Du kannst dann nicht anders als in der Dunkelheit zurück fahren.

  13. Es gibt bestimmte Leute, die Fatawa herausgeben dürfen und selbst danach muss man diese Fatawa kritisch betrachten, die viele sog. Gelehrte dieses Recht dazu falsch ausgenutzt haben. Aber das ist ein anderes Thema, was nur ein klein wenig mit dem hier zu tun hat.

    7 Stunden ist doch keine Reise, das ist eher ein Ausflug. Aber gut, wie man es eben nimmt. Die Sharia ist flexibel, weswegen gewisse Fatawa nicht für alle Personen, nicht für jede Zeit und nicht für jeden Ort gelten können.

    Du hast dich entschieden nur mit deinem Ehemann rauszugehen. Aber es gibt muslimische Frauen die Angst haben alleine rauszugehen, was ich falsch finde und deren Angst sollte andere Frauen nicht einschränken. Wenn es für dich vorgeschrieben ist, dass dir etwas Schlimmes passiert, dann wird es auch passieren, egal was du tust oder nicht tust. Natürlich sollte man sich nicht unnötig in Gefahr bringen, aber ein erwachsener Mensch kann das schon einschätzen. Wenn man sich für eine Reise oder für einen Ausflug zu unselbstständig fühlt, dann kann man ja eine erfahrene Person, der man vertraut, mitnehmen.

  14. Schwester, wenn du da eine andere Meinung hast dann ist das deine Sache. Aber die Fatwa lügt nicht. Ich kenne diese „Fatwa“ Seite, sie ist von Abu Enes. Dem kann man da schon vertrauen. Es ist keine x beliebige Seite wo jemand einfach so Fatwas reingestellt. Aber man sollte im Internet immer sehr aufpassen, da hast du schon recht. Man kann im Internet viel finden. leider viel zu viel was nicht stimmt. Aber diese Seite kenne ich und der Mann der sie betreibt ist vertrauenswürdig. Vielleicht kennst du Abu enes sogar? Er macht die Islamschule.
    Du hast geschrieben das es keine Reise gewesen wäre. Ich muss dir sagen, wäre es doch. Sie haben sehr weit auseinander gewohnt. Ich meine mich zu erinnern das es 6-7 Stunden fahrt waren. Ich denke das fällt unter Reise 🙂 Ich persönlich geh garnicht ohne meinen Mann raus. Find ich persönlich aber auch nicht weiter schlimm. Ich hab mich ja schließlich selber dazu entschlossen:) Freu mich auf deine Antwort..

  15. Wir sind nicht in der Wüste und auch in keinem Kriegsgebiet oder einem Armenviertel, wo viel Diebstahl herrscht und auf offenen Straßen mit Drogen konsumiert wird. Es ist anders, wenn man in einer gut gesicherten Stadt lebt uns sich dort mit den Verkehrsmittel schnell bewegen kann, als wenn man mit nem Pferd oder nem Kamel in der Wüste ist. Außerdem ist es keine Reise, wenn man von einem kleinen Ort zum nächsten Ort geht. Das ist ein kleiner Ausflug. Dass man im Internet solche „Fatawa“ findet ist mir klar, nichts neues für mich.

  16. wa aleikum salam, danke, ich wusste es schon und bin froh, dass du es nochmal geschrieben hast. Barak Allahu feeki.

  17. Salamu aleikum liebe Schwestern!

    ich hab die Geschichte gelesen, und finde sie sehr rührend maschAllah,
    hab auch eure Kommentare gelesen, und möchte etwas dazu sagen was das angeht „So sehr ist die Muslima doch gar nicht eingeschränkt“ also in bezug auf das Reisen, die Frau darf im Islam nicht ohne Mahram reisen, und Allah ist Allwissend Allweise, so fürchtet Allah und macht nicht etwas erlaub was verboten ist, bitte ließt euch folgendes http://islam-fetwa.de/index.php?option=com_content&task=view&id=25&Itemid=97.
    wenn ihr beweise habt dafür das sie alleine reisen darf, von Quran und Sunna, bin ich bereit das zurückzunehmen.
    Barakallahu fikum

  18. Da stimme ich dir vollkommen zu, liebe Anna!

    Nun, beide Seiten haben es sicherlich nicht böse gemeint. Ich glaube, dass jeder etwas dazu beitragen sollte, damit eine gute Beziehung zueinander entsteht, ohne dass Erstickungsgefahr droht. *grins* Man sollte die Sache immer langsam angehen lassen, Schritt für Schritt und weniger ist manchmal mehr. Die Mutter von Abbas sollte mit ihrer Schwiegertochter reden. Sie sollte ihr Sprachverständnis dafür nützen und ihr erklären, wie sie es gemeint hat und wie sie sich fühlt… vielleicht wird dann so ihre Schwiegertochter mehr Verständnis für ihr Verhalten zeigen.

    „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füge auch keinem anderen zu.“
    Für die Schwiegertochter gilt dann: ihre Schwiegermutter nicht so kalt abblitzen lassen.
    Für die Schwiegermutter gilt: ihren Freiraum zu lassen, ihr aber trotzdem das Gefühl des Willkommens geben.

    Wie habt ihr als Schwiegertochter in solch einer Situation reagiert? Her mit den Ratschägen 🙂

  19. Wa aleikum salam liebe Schwester, ja du hast recht. So eingeschränkt ist die Muslima nicht. Nur wenn sie so weit auseinander wohnten, hätte sie schlecht für einen Tag kommen können. Wenn sie einen Tag geblieben wär, dann müsste sie Nachts zurück. Und das ist natürlich egal ob Muslima oder nicht, für jede Frau schlecht. Nachts alleine zu fahren. Und natürlich konnte sie auch nicht dort schlafen. Es ist ja noch nicht ihr Mann gewesen.
    Ich denke fast jede Schwiegertochter hätte das Verhalten der Schwiegermutter eingeengt. Mir war es hier wichtig das wir aus der Sicht der Schwiegermutter die Sache betrachten. Ich habe schon von vielen Schwestern gehört, die das gleiche Problem mit der Schwiegermutter hatten. Also gibt es viele Schwiegermütter die das so sehen, wie die Mutter von Abbas. Ich find das sehr interessant, einmal die Sicht einer Schwiegermutter haben zu können, denn dann sieht man, dass sie keine „Schwiegermonster“ sind, sondern genauso traurig sind wie die Schwiegertöchter aber auf eine andere Weise.

  20. Salam, meine liebe Schwester!

    Wartete sehr gespannt auf diesen Teil und werde auf den nächsten auch gespannt warten.

    Der Satz „Sie konnte uns natürlich auch nicht ohne ihre Eltern besuchen, denn sie ist ja Muslima.“ – So sehr ist die Muslima doch gar nicht eingeschränkt.

    Ehrlich gesagt würde mich so eine Schwiegermutter einegnen und mit der Zeit nerven. Sie hat es zwar nur gut gemeint, das kann ich auch verstehen, aber ihre Schwiegertochter ist eine erwachsene Frau und verheiratet noch dazu und man sie einfach ihr Leben leben lassen sollte. Vor allem am Anfang der Ehezeit brauchen sie Ruhe, da sie das alles gemeinsam schaffen wollen. Sie müssen sich mal einleben in ihrer Rolle und da kann und darf sich keiner einmischen… wenn sie Hilfe brauchen, werden sie sich melden. Es reicht auch, wenn die Schwiegereltern sagen (also die Eltern von Abbas), dass sie für sie immer da sein werden, egal wann.

    Lieben Gruß!

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